Unsere Philosophie

Wir leben in Disentis Graubünden auf 1150 m.ü.M. Wir das sind, Flurina  und Daniel,  mit unseren drei Töchtern, Andrina, Pierina und Laurine Noelle. Über kurz oder lang bestand die Frage ob wir mit Tieren zusammen laben wollen. Die Frage wurde schnell geklärt und ein einstimmiges Ja, war die Antwort. Angefangen mit diversen Kleintieren entwickelte sich daraus eine eigene, für uns vorerst neue, Vision. Wen schon Tiere, sollten es seltene, vom Aussterben bedrohte Tiere sein.

 

Zum einen können wir somit zum Erhalt vom Aussterben bedrohte Rassen beitragen. Zum andern können wir die Tiere zum Eigengebrauch nutzen und können mit gutem Gewissen die daraus entstehenden Produkte geniessen. Die Erhaltungszucht geht nur, wenn man überzählige Tiere weiterverkauft oder schlachtet.  In der heutigen Zeit für viele befremdlich. Da alles schön säuberlich verpackt in jedem Supermarkt angeboten wird. Keiner Fragt sich, wo das  Fleisch, der Käse, die Wolle, die Eier herkommen. Wir wissen, wie unsere Tiere gelebt, was sie gefressen haben. Falls ihr dies auch wollt, haben wir saisonal Produkte die wir weiter verkaufen.

Bei uns leben vom Aussterben bedrohte ProSpecieRara Nutztiere.

Geschichte unserer Rassen

www.walliserlandschafe.ch

Das Walliser Landschaf war ein ausgesprochenes Selbstversorgerschaf. Es war sehr fruchtbar, genügsam und widerstandsfähig und zeichnete sich durch ausgezeichnete Alpgängigkeit aus. Im Speziellen wurde es aber der Wolle wegen gehalten. Die Wolle dieser Schafe fand damals breite Verwendung zur Herstellung von Kleidern. Die aus ihr gefertigten Strümpfe und Unterwäsche sollen sehr warm und gesund gewesen sein, speziell gegen Gelenk- und Rheumaerkrankungen (was noch heute von vielen Oberwalliser Schafzüchtern bestätigt wird). Ein grosser Vorteil dieser Wolle bestand auch darin, dass sie für die Zubereitung des Bauerntuches («Trilch») nicht gefärbt werden musste.

Die Jungtiere des Walliser Landschafes sind gänzlich schwarz. Erst im Laufe des Lebens wird dass Vlies heller und bräunlich. Die «älwen» und schwarzen Oberwalliser trugen höchstwahrscheinlich zur Entstehung des Berneroberländer Bergschafes, d.h. des Frutigschafes (dem Vorläufer des Elbeschafes) bei. Das Frutigtal stand bis um 1400 unter der Herrschaft der Lötschentaler Herren. Mit der Aussiedlung ganzer Lötscher Familien gelangten Schafe ins Berner Oberland und ins Saanenland. Auch an der Grimsel führten die siegreichen Berner Walliser Schafe als Kriegsbeute mit nach Hause. Zudem trugen die ursprünglichen Frutigschafe Hörner.

Das Walliser Landschaf war bereits in den 20er und 30er Jahren im Verschwinden begriffen. Es war auch nicht zu den Prämierungen zugelassen. In den 30er und 40er Jahren erwuchs diesen Schafen eine starke Konkurrenz durch das Weisse Alpenschaf (WAS). Trotz seiner vielen Vorzüge konnte es sich gegen das von offizieller Seite intensiv geförderte WAS nicht behaupten. Hinzu kamen nach dem Zweiten Weltkrieg grossangelegte Ausmerzaktionen, die im Zuge der Bekämpfung von Tuberkulose und Bang (Malta-Fieber) in Walliser Schafherden durchgeführt wurden. Innert einem Jahrzehnt kam es so fast vollständig zum Verschwinden der traditionellen Walliser Landschafe. Allen neuen Rassen und wohl auch sonstigen modernen Zeiterscheinungen trotzten einige Liebhaber die – aus welchen Gründen auch immer – an dieser alten Rasse festhielten.
Im Jahre 1985 stiess PRO SPECIE RARA im Oberwallis auf einige Schafhalter, die noch grössere Gruppen (20-30 Tiere pro Herde) mit Tieren des braunen Farbschlages züchteten. Bis 1989 waren dem Zuchtleiter der PSR insgesamt 120 Individuen im Oberwallis bekannt.
In der Folge konnte PSR einige Tiere aufkaufen und Zuchtgruppen an interessierte Halter abgeben. In der Zwischenzeit hat das Interesse an dieser Rassestark zugenommen, es sind heute über 1000 Tiere in sämtlichen Regionen der Schweiz anzutreffen. Im Jahre 2005 wurden erstmals Schafe nach Deutschland verkauft.

www.zun-schweiz.ch
Die Pommernente:

Die Pommernente stammt ihrem Namen nach aus Vorpommern. Da dieses Gebiet bis 1815 zu Schweden gehörte, wird die Rasse auch als Schwedenente bezeichnet. Sie wurde damals aus einem schweren Landentenschlag gezüchtet. Ziel der Züchter war es, eine mittelschwere Ente mit guten Wachstumseigenschaften, hoher Legeleistung und hervorragender Fleischqualität zu erhalten. Heute jedoch gehört die Pommernente mit einem Bestand von circa 100 Tieren in Deutschland zu einer akut gefährdeten Rasse und wird auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen geführt. Seit etwa 1920 werden Pommernenten auch in der Schweiz gezüchtet. Die Bestände sind aber auch dort noch immer klein, wenn auch leicht steigend. Die Pommernente wurde 1994 zusammen mit dem Westfälischen Totlegerhuhn und der Diepholzer Gans von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres“ erklärt.

Das Schweizer Huhn: 

Der Ursprung des Schweizerhuhns geht auf das Jahr 1905 zurück. In Amriswil begann Alfred Weiss aus verschiedenen Rassen, vor allem aber aus weissen Orpington- und Wyandotten-Hühnern, ein typisches Zweinutzungshuhn zu züchten. 1910 wurde der erste Verein gegründet und ein Rassenstandard aufgestellt. Bis zum Zweiten Weltkrieg erfreute sich der Verein eines stetigen Mitgliederzuwachses. Nach dem Krieg, mit der einsetzenden Industrialisierung der Landwirtschaft, verlor die Selbstversorgerlandwirtschaft aber rasch an Bedeutung – und mit ihr das Schweizerhuhn. 1971 zählte der Verein nur noch sechs Mitglieder. Seit 1991 führt ProSpecieRara das Schweizerhuhn-Projekt mit den wenigen noch verbliebenen Zuchtlinien weiter. In Zusammenarbeit mit engagierten Züchtern konnte diese traditionelle Rasse vor dem Aussterben bewahrt werden.

Die Diebholzer Gans:

Die Diepholzer Gans ist eine der wenigen noch existierenden Landgänserassen. Die freie und extensive Haltungsform erklärt ihre erblich bedingte Widerstandskraft und viel gelobte Futterdankbarkeit. Bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurden Diepholzer Gänse noch zu Tausenden auf die großen Gemeindeweideflächen an den Rand und in das Große Moor gebracht. Sofern diese Fläche nicht zum Torfstich bestimmt waren, war es Gänsehude. Die Tiere wurden erst wieder zusammengetrieben, wenn der Verkauf anstand. Auch die Aufzucht der Gössel war somit Naturbrut und geschah ohne Einflussnahme des Menschen. Die Weidegans war so von klein auf gezwungen, sich in einem zahlenmäßig hohen Herdenverband von mehreren Tausend Tieren durchzusetzen, war den Witterungsverhältnissen ausgesetzt und musste dem kargen Angebot von Süß- und Sauergräsern in den Wiesenmooren trotzen. In dieser freien Wildbahn kam es naturbedingt dazu, dass sich zu der weißen „domestizierten“ Herde auch immer mal wieder wild lebende Graugänse gesellten. Diese Paarungen stabilisierten fortlaufend die Robustheit der Herde. Die so gehaltenen Gänse konnten – bis auf die Viehtriebskosten – billiger auf den Märkten an den Mann gebracht werden als stall- oder hofgehaltene Tiere und senkten schon in den Massen den Preis erheblich. Sie waren ein nicht zu unterschätzendes Zubrot für die ansonsten ärmliche und genügsame Diepholzer Landbevölkerung. In der beginnenden Industrialisierung war ein Gänsebraten eine hochgeschätzte Delikatesse für die anwachsende Arbeitnehmerschaft an Rhein und Ruhr sowie in Deutschlands prosperierenden Küstenstädten zum Ende des 19. Jahrhunderts. 1925 wurde die Diepholzer Gans als Rasse anerkannt. Mit nachlassender Nachfrage nach Schreibfederkielen, Daunenfedern und Gänsefleisch geriet sie in Vergessenheit und die großen Herden verschwanden.

Das Appenzeller Barthuhner:

Das Appenzeller Barthuhn wurde um 1860 aus Polveraras und rebhuhnfarbigen Italienern gezüchtet.[1] Diese Rasse ist in Mitteleuropa und insbesondere in der Schweiz wenig verbreitet. Die vorhandene Zwergform existiert sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland. Durch die Aktivität von ProSpecieRara konnte das Appenzeller Barthuhn ab 1985 vor dem Aussterben gerettet werden

 
Das Appenzeller Spitzhauben Huhn:

Das Spitzhaubenhuhn soll bereits im 15. Jahrhundert in Klöstern des Alpenraums gezüchtet worden sein. Zu den Stammeltern der Spitzhauben dürften die Brabanter, eine alte niederländische Rasse, sowie zwei französische Geflügelvertreter, die "La Flèche" und "Crève-Coeur" Hühner, zählen. Im 20. Jahrhundert blieben die Spitzhaubenhühner nur noch im Appenzell erhalten, weshalb sie fortan "Appenzeller Spitzhauben" genannt wurden. Die Appenzeller nennen ihre Spitzhauben aber auch "Gässerschnäpfli" oder "Tschüpperli". Anfang der 50er Jahre wäre die Rasse beinahe ausgestorben. Eines der ersten ProSpecieRara-Projekte nahm sich 1983 der Zucht der bedrohten Spitzhaubenhühner an. Noch im selben Jahr schlüpften in der Obhut der Stiftung 230 Küken. Im Herbst 1983 konnten aus diesen Junghühnern 19 Zuchtgruppen zusammengestellt werden.

www.capragrigia.ch

Um ein Haar wären sie von der Bildfläche verschwunden. 1997 startete ProSpecieRara mit den letzten grauen Ziegen aus dem Tessin und den Bündner Südtälern das Projekt «Capra Grigia», das die Rettung der grauen Bergziege zum Ziel hat.

So wichtig waren die grauen Ziegen im Leben der einstigen Bevölkerung in den Bündner und Tessiner Alpentälern, dass in den lokalen Dialekten Begriffe entstanden, die nur in Zusammenhang mit den verschiedenen Grautönen der Ziegen verwendet wurden. «Un bòsc müsc» (ein grauer Ziegenbock) oder «la càura bròsgia» (die hellgraue Ziege) erzählen aus einer Zeit, in der graue Ziegen wirklich wertvoll waren. Die graue Farbe war auf den felsigen Alpen ein Vorteil, da sie Jungtiere vor Raubtieren schützte. Für die Sennen war die gute Tarnung zuweil aber auch eine Herausforderung und nicht selten liefen andersfarbige Tiere in den Herden mit, damit man sie von Weitem besser ausmachen konnte.
Auch diese Rasse verschwand nach der Rassebereinigung von 1938, aber auch infolge der CAE-Viruskrankheit, aufgrund derer generell viel Ziegen über alle Rassen hinweg ausgemerzt werden mussten, fast vollständig. Als ProSpecieRara das Projekt startete, fanden sich nur noch vereinzelte Vertreter der einst verbreiteten Calanca-, Leventina-, Valmaggia- und Riviera-Schläge. Jeden einzelnen zu retten war aufgrund der wenigen übriggebliebenen Tiere aussichtslos und so fasste man alle noch lebenden grauen Ziegen zur «Capra Grigia» zusammen. Der italienische Name wurde von Beginn an auch in der Deutschschweiz angewandt – eine Hommage an die Heimat der stolzen Grauen.

Die Vielfalt des Grau
Die Capra Grigia fällt unter den anderen Rassen mit ihrer attraktiven, grauen Fellfarbe auf. Die verschiedenen Grautöne von Silbergrau (Leventina-) über Mittelgrau (Calanca-) zu Dunkelgrau (Valmaggia-Schlag) widerspiegeln die unterschiedlichen Wurzeln der Capra Grigia. Die Tiere sollten im Vergleich zur Körperfarbe dunklere Beine haben und keine weissen Körper- und Beinflecken aufweisen. Ein kleiner weisser «Stern» zwischen den Hörnern ist erlaubt und ziert manche Stirn. Einige Tiere zeigen einen dunklen Aalstrich. Das Fell ist kurz und die Böcke und viele Geissen haben Ziegenbärte. Beide Geschlechter tragen kräftige Hörner.

Die Multitalent-Ziege
In keiner Sparte einsame Spitze aber in allen Disziplinen guter Durchschnitt, das macht die Capra Grigia interessant für alle, die eine ausgewogene und unanfällige Ziege wünschen. Die traditionelle Rasse eignet sich damit sowohl als Mutterziege mit guten Mutterinstinkten, als Milchziege, die ohne Kraftfutter und auch nach langen Märschen noch respektabel Milch gibt, als auch als robuste Landschaftspflegerin im Kampf gegen die Verbuschung. Und natürlich schlägt auch manches Hobbyziegenhalterherz beim Anblick der eigenwilligen, grauen Schönheiten höher. Zu beachten ist, dass die Tiere zu den temperamentvolleren ihrer Spezies gehören und auf jeden Fall einen grosszügigen und gut strukturieren Stall benötigen.

www.melifera.ch

Einst war die Dunkle Biene in der Schweiz die einzige Honigbiene. Sie ist damit gleichzeitig ein Wildtier und ein Schweizerisches Kulturerbe. Durch die Einführung auswärtiger Rassen wurde sie in den letzten hundert Jahren aus vielen Regionen verdrängt.

Während der letzten Eiszeit, die vor gut 12'000 Jahren zu Ende ging, zog sich die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) in den wärmeren Mittelmeerraum zurück. Danach eroberte sie Nord- und Mitteleuropa zurück und lebte hier über Jahrtausende als einzige Honigbiene. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie durch den Import von südlichen Rassen wie der Carnica-Biene oder von Zuchtformen wie der Buckfast-Biene in Bedrängnis gebracht und ist heute als reine Rasse nicht mehr so häufig anzutreffen.

Das Problem mit der freien Liebe
Weil Bienen zur Paarung auf Hochzeitsflug gehen, ist die kontrollierte Zucht schwierig, wenn Drohnen (männliche Bienen) anderer Rassen im Gebiet sind. Für eine erfolgreiche Reinzucht müssen sich darum alle Imker*innen einer Region auf eine Rasse einigen, was mitunter eine grosse Herausforderung für ein Erhaltungsprojekt ist. Der Kanton Glarus löste dieses Problem politisch, indem er nur die Haltung der Dunklen Biene erlaubt. Eine Alternative sind abgeschiedene Gebiete, in denen nur mit einer Rasse geimkert wird. Ein Beispiel dafür ist das Münstertal in Graubünden, wo der lokale Imkerverein der Dunklen Biene ein Schutzgebiet geschaffen hat – ein wirksamer Beitrag zur Erhaltung der Rassenvielfalt. Denn unter den Bienenrassen in der Schweiz stellt die Dunkle Biene mit ihrer eigenständigen, lokalen Genetik einen wertvollen Teil der genetischen Vielfalt dar. Die Rasse ist noch immer bedrängt, aber mit jedem «Reservoir» an genetisch reinen Dunklen Bienen wächst die Hoffnung, dass ihre wertvollen Eigenschaften erhalten bleiben.

Eine Biene für die Berge
Ihre dunkle Farbe ist im kälteren Gebirge vorteilhaft, denn diese lässt die Bienen in der Sonne rascher aufwärmen. In der Tat ist die Dunkle Biene dafür bekannt, dass sie kältetolerant und ausgesprochen winterhart ist. Indem sie ihre Brutaktivität sensibel der Witterung und somit dem vorhandenen Futterangebot anpasst, machen ihr unstete Wetterperioden weniger Mühe. Ein weiterer Pluspunkt ist die Sanftmütigkeit, die Imker*innen, die mit reinrassigen Völkern arbeiten, der Dunklen Biene bescheinigen. Nur durch Einkreuzung mit anderen Bienen nimmt ihre Stechlust zu.

Um das vom Aussterben bedrohte Wollschwein zu erhalten, wurden in ganz Europa verschiedene Projekte gestartet. In Deutschland sorgt die Initiative „Nutztier-Arche“ dafür, dass die alten Nutztierrassen erhalten bleiben. In Österreich förderte die „Interessensgemeinschaft der Wollschweinzüchter Österreichs“ den Erhalt der Wollschweine. Mit Beschluss vom 7. Mai 2016 löste sich der Verein „IGWÖ-Interessensgemeinschaft der Wollschweinzüchter“ zum Jahresende auf, die Zusammenarbeit mit der „MI - Mangalitza International“ wird fortgesetzt. In der Schweiz führt die „Schweizerische Vereinigung für die Wollschweinzucht (SVWS)“ das Zuchtbuch. In Ungarn zählt das Mangalica zu den sogenannten Salami-Schweinen (ungarisch: szalámisertés), die eigens in der Gegend um Szeged für Wintersalami gezüchtet werden.​

Inzwischen erfreut sich das Wollschwein insbesondere in der Schweiz und in Österreich großer Beliebtheit in der Gastronomie, was dazu führte, dass die Zahl der Züchterkontinuierlich steigt. Im Jahr 2019 wurden Mangalica-Schweine wieder in ganz Europa gezüchtet. Im kalifornischen Wine Country werden Wollschweine aufgrund ihrer hohen Fleischqualität gezüchtet und zur Landschaftspflege eingesetzt